Muslimische Taktik der List - Taqiyya

- Glauben und Absichten verbergen, sich verstellen -

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In Sure 3, 54 heißt es, Allah ist der "beste Listenschmied“ oder Ränkeschmied, Täuscher. Wenn Allah will, dann kann und wird er jeden Menschen überlisten1. "Listig-sein" meint, gut täuschen und sich verstellen können, jemandem falsche Tatsachen vorspiegeln, Irrtum erzeugen. So definiert § 263 des deutschen Strafgesetzbuches den Betrug. Wenn es also opportun ist, dann kann und wird Allah in listiger, verstellter unaufrichtiger Weise reden und handeln, um Menschen zu ihrem Nachteil, zu ihrem Verderben, in einen Irrtum zu locken. In der Bibel ist dagegen davon die Rede, dass die Schlange, der Satan, besonders listig ist und den Menschen zu seinem Verderben täuscht und nicht etwa Gott (1. Mose 3, 1).

 

In fast jeder Religion sind die Eigenschaften des Gottes, den sie verkündigt, dem Menschen zum Vorbild gegeben. In der Bibel heißt es sogar, dass Gott den Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen hat (1. Mose 1, 27) und Gottes Sohn Jesus Christus uns zum Vorbild hingestellt ist (Phil. 2, 5 ff.). „Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war...“. Unser Vorbild, der Herr Christus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit (= Wirklichkeit)" und "Der Teufel ist ein Lügner und der Vater der Lüge (Joh. 14, 6 u. 8, 44)".

 

Wenn Allah nun der "Listenreiche" ist, der insbesondere immer wieder die Feinde des Islam überlistet2, dann werden und sollen ihm seine Anhänger entsprechend nacheifern.

Als Vorbild im Kampf gegen die Ungläubigen wird die Vorgehensweise Mohammeds in seinem Kampf gegen die Mekkaner im Jahr 628 empfohlen: Solange die muslimischen Glaubenskämpfer militärisch in einer zu schwachen Position sind, um den Dschihad offen führen zu können, dürfen sie "Verstellung“ - „Taqiyya" üben. Mohammed schloss einen Waffenstillstand über 10 Jahre (Vertrag von Hudaybiyya), marschierte aber schon nach 2 Jahren in Mekka ein. Nach diesem Vorbild gibt es keinen wahrhaften innerlich bejahten dauerhaften Friedensschluss zwischen Muslimen und den „Ungläubigen". Es gibt ggf. nur notgedrungen einen latenten Waffenstillstand ("Hudna"), bis die Muslime zum erneuten Kampf erstarkt sind.

 

Im Krieg sind List, Täuschung und Lüge zulässig. Muslime leben aber in einem ständigen Kampf mit den Ungläubigen, entweder im offenen oder im verdeckten. Deshalb sind Lüge, Wort- und Vertragsbruch und Betrug gegenüber Ungläubigen nicht verwerflich, keine Sünde, sondern zulässige bewundernswürdige List eines Muslims im Kampf gegen die Ungläubigen.

 

Wie im ständigen Kampf für den Islam, so darf der Muslim auch in lebensbedrohlichen Lagen Verstellung - “Taqiyya“ üben. Da darf er seinen Glauben verleugnen, ihm absagen und sogar an Riten anderer Religionen teilnehmen. Die "Kunst der Taqiyya" wird als eine Art "Überlebenskunst" oder "Lebenskunst" angesehen. Bei den Schiiten ist es zur Pflicht gemacht, in Gefahr für Leib und Gut zu lügen. Dies erklärt sich aus ihrem innerislamischen Minderheitenstatus und den erfahrenen sunnitischen Verfolgungen und Unterdrückungen.

 

Diese „Überlebenskunst“ erscheint menschlich verständlich, aber Jesus zeigt uns die Grenze auf. Er sagt, wenn ihr unter den Wölfen, also unter Feinden, seid: "So seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben (Mt. 10, 16). Jesus mutet uns zu, uns auch in Verfolgungssituationen zu ihm als unserem Herrn zu bekennen und für die Wahrheit Christi auch Leid und Tod in Kauf zu nehmen. Wir hören Christi Worte: "Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden (Mt. 16, 24 + 25)". Dabei denken wir an die Apostel und die ersten Märtyrer der Kirche.

 

Die Zulässigkeit von Taqiyya wird abgeleitet aus den Suren 3, 28.293; 6, 119; 40, 28 und ganz konkret aus den Hadithe der Sunna. Da wird die Zulässigkeit der Taqiyya in Fällen des Krieges und der Lebensgefahr noch ausgeweitet.

 

In einer aktuellen Fatwa vom Rechtsgutachtergremium der al-Azhar Moschee aus Ägypten, 2006, wird auf die Hadithe der Sunna wie folgt Bezug genommen: „Frage: Gibt es bestimmte Situationen, in denen man lügen darf? Antwort: "Al-Bukhari und Muslim zitierten von Umm Kulthum (bint Ali): 'Ich habe Allahs Propheten, Muhammad, sagen hören: Ein Lügner ist nicht derjenige, der lügt, um Menschen miteinander zu versöhnen. Er sagt was Gutes und er beabsichtigt etwas Gutes.'

 

Ziada sagte: 'Er (Muhammad) hat das Lügen nur in drei Fällen erlaubt: Im Krieg, zur Versöhnung der Menschen und in der Rede einer Frau mit ihrem Ehemann oder in der Rede des Ehemannes mit seiner Ehefrau."

Weiter erklärt das Gremium: "Einige (muslimische) Rechtsgelehrte sind der Meinung, das Lügen sei nur in drei festgelegten Fällen erlaubt: Der Krieg ist eine strategische Handlung, bei der man lügen darf, um sein Ziel zu erreichen. Wer die Menschen miteinander versöhnen möchte, darf dies durch Lügen anstreben. Die Ehefrau oder der Ehemann sagen zueinander: 'Ich liebe dich,' obwohl die Wahrheit anders aussehen kann."4

Mit dieser Fatwa wird der bestehende Konsens in Fragen der Taqiyya nochmals bestätigend festgestellt: In Lebensgefahr, im Krieg, zur Versöhnung und in der Ehe darf gelogen werden.

 

Einem der bedeutendsten Theologen des Islam, Al Ghazali (1059-1111), wird das Zitat einer viel weitergehenden Zulässigkeit von Taqiyya zugeschrieben5:

„Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt.“

Das ist ein nun nahezu unbedingter Freibrief zum Lügen. Es erlaubt nicht nur die sogenannte "Notlüge", sondern die Lüge um jeden Vorteils willen.

 

Bewusst "Taqiyya üben" ist nicht nur bei religiösen Muslimen verbreitet, sondern auch bei verweltlichten und liberalen sowie bei Atheisten islamischer Herkunft. "Taqiyya" ist weit verbreitetes "Kulturgut" der islamischen Welt.

 

Was hätte der "alte Adam", der sündhafte Mensch, nicht lieber, als eine göttliche Erlaubnis zum Lügen und Betrügen? Aber was ist das für eine Religion, die Lügen und Betrügen gutheißt, ja, zur Pflicht macht? Die ethisch und religiös gerechtfertigte Möglichkeit von Taqiyya lässt immer Misstrauen und Zweifel aufkommen und macht ein echtes Vertrauen gegenüber Muslimen fast unmöglich. Nur die verbliebene Resterkenntnis von Gut und Böse können einen Muslim davon abhalten, gegenüber Nicht-Muslimen unentwegt zu lügen. Wen wundert es da noch, dass z.B. ein wahrhafter Friedensprozess im Nahen Osten kaum erreichbar ist?

 

Muslimische Schein-Argumente im Gespräch mit Kritikern

 

Bei Diskussionen werden Muslime meistens mit den selben kritischen Fragen und Vorwürfen konfrontiert. Deshalb haben inzwischen die meisten einen „Baukasten von Antworten“ parat. Der kritische Vorwurf, dass der Koran dazu aufruft, die Ungläubigen zu töten und Dschihad zu führen, wird nachdrücklich zurückgewiesen. Das sei falsch! Der Islam sei eine Religion des Friedens und der Toleranz. Es werden dann die freundlichen Koranverse aus Mekka und der ersten Zeit in Medina zitiert, wie „es gibt keinen Zwang in der Religion“. Und „Dschihad“ meine zuerst, gegen das Böse im eigenen Herzen zu kämpfen. Mit der Waffe darf nur zur Verteidigung gekämpft werden und ein entsprechender Dschihad dürfe nur vom Oberhaupt aller Muslime (Kalif) oder im Konsens aller Muslime ausgerufen werden. Doch Geschichte und Gegenwart lehren etwas anderes.

 

Auf den Einwand, der Koran sei doch ein Stück weit zeitbezogen, wird geantwortet, dass der Koran dem Mohammed Wort für Wort direkt vom Himmel offenbart wurde. Die Bibel aber enthalte etliche Fehler und rein menschliche Gedanken, was selbst von christlichen Theologen eingeräumt werde. Sie bestätigen, was in Koran und Sunna steht, nämlich dass die Bibel verfälscht sei.

Zitiert man einen Vers aus dem Koran, der dem Ansehen des Islam und den Muslimen in der westlichen Gesellschaft schaden könnte, dann wird entgegnet:
  • der Vers sei aus dem Kontext gerissen,
  • der Vers galt nur in der damaligen Situation,    allgemein gelten für heute andere Verse (Abrogation),
  • die deutsche Übersetzung ist unvollkommen und fehlerhaft, das richtige Verständnis wird nur im Arabischen klar,
  • der Vers sei allegorisch (bildhaft) zu verstehen,
  • der Vers kann nicht ohne die dazu gehörende Hadithe der Sunna verstanden werden.

 

Bezieht man sich aber auf Hadithe der Sunna, in denen von Vergewaltigungen, Raubzügen und Mordtaten Mohammeds und seiner Anhänger die Rede ist oder die in anderer Weise dem Ansehen des Islam in der westlichen Welt schaden könnten, dann wird entgegnet, dass diese Hadithe nicht echt oder umstritten sind.

 

Leider hört man nicht, dass mal ein muslimischer Gesprächspartner einräumt, ja, das steht so im Koran oder den Hadithe und das wird von etlichen Muslimen auch so wörtlich verstanden, insbesondere von den Salafisten. Aber ich und viele andere verstehen das nicht so unmittelbar wörtlich. Warum verhält sich kaum ein Muslim so im Gespräch? Steht er vielleicht innerlich doch auf der Seite der Salafisten oder hat er Angst vor ihnen und der muslimischen Gemeinschaft, die ihn als Nestbeschmutzer betrachten könnte? Gerät ein Muslim im Laufe der Diskussion in die Enge, dann wechselt er das Thema und sucht nach Fehlern in der Bibel und bei den Kirchen, prangert Kreuzzüge und Islamphobie an.

 

Einleitend oder abschließend wird dann von Politkern, Journalisten und Diskussionsleitern eilfertig die unzutreffende und geradezu widersinnige Aussage getroffen, dass der Islamismus nichts mit dem Islam zu tun hätte. Geradezu komisch wirkt die Behauptung, dass sich der Islamismus nicht auf den Koran und den Islam berufen könne. Es wird nicht eingeräumt, dass das wörtliche Verständnis von Koran und Sunna das ursprüngliche, eigentliche und bis heute dogmatisierte ist.

 

Detlef Löhde

 

Fußnoten

1 Auch in Suren 8, 30; 10, 21; 27, 50.51 und weiteren ist von Allah die Rede, der die Menschen überlistet.

 

2 Suren 7, 99; 8, 30; 13, 42

 

3 „Die Gläubigen sollen sich nicht die Ungläubigen anstelle der Gläubigen zu Freunden nehmen.“ Wenn sie aber unfreiwillig unter Ungläubigen sind, dann wird ihnen Allah helfen, dann gilt: „Ob ihr das geheim haltet, was in eurem Innern ist, oder es offenlegt, Allah weiß es.“ - Dann ist vor Allah nicht entscheidend, was sie mit offenen Worten sagen, sondern was sie in ihrem Inneren glauben und wollen. Im Juristischen nennt man das „geheimer Vorbehalt“.

 

5

Primär-Quelle für das Zitat ist das islamisch autorisierte Rechtsbuch „Das Vertrauen des Reisenden“ von Ahmad ibn Naqib al-Misri (1302 – 1367), S. 744-746. Die englische Übersetzung („Reliance of the Traveller“) aus dem Jahr 1991 trägt das Siegel der Zustimmung der Al-Azhar Universität Kairo.

Zugänglichere Sekundärquellen: Benedikt Peters, „Perspektive – Das christliche Magazin“, 11/2003; 9/2007, Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg; inhaltliche Aussage wie im 37. Buch von Al – Ghazalis Hauptwerk „Über Intention, reine Absicht und Wahrhaftigkeit“, übersetzt von Hans Bauer, Halle 1916, neu aufgelegt als Taschenbuch Spohr Publisher, 2010

 

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