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Vom Ende - von den "letzten Dingen"

- Was ist uns über den Tod und das Weltende gesagt?

 

Gott sagt uns das für uns Notwendige vom Ende, aber damit eben nicht alles, weil wir es nicht fassen könnten und uns sein Ratschluss auch ein Stück weit verborgen bleiben soll. Vieles ist uns nur bildhaft und andeutungsweise gesagt. Über das Weltende und das Ende unseres Lebens waltet Gottes Mysterium - Geheimnis, sein unergründlicher Ratschluss, ebenso wie ein Stück weit auch über den Anfang, über die Schöpfung und den Beginn unseres Lebens. Hier gilt das Wort des Apostels Paulus, 1. Kor. 13, 12: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.“

 

Vom Tod - Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen, 1. Kor. 15; 2. Tim. 1, 10

 

Der Mensch ist von Gott als eine Einheit von Leib und Seele (1. Mose 2, 7; Mt. 10, 28) bzw. Leib, Geist und Seele (1. Thes. 5, 23) geschaffen. Aufgrund des Sündenfalls ist der Mensch dem Tod verfallen, 1. Mose 2, 17; 3, 19; 6, 3; Röm. 6, 23;. Beim Tod zerreißt die Einheit von Leib und Seele, der Leib vergeht, wird wieder zur Erde. Was aber geschieht mit dem Geist und der Seele des Menschen, also mit seiner Persönlichkeit?

 

Aus Gottes Wort hören wir:

  • Von einem Warten des Gestorbenen auf die Auferstehung der Toten, Mt. 22, 31.32; Lk. 14, 14; 20, 27 ff.; Joh. 6, 39. 40; 11, 24 ff.
  • von einem Verantworten vor Gottes Gericht, Mt. 25, 31 ff.; Hebr. 9, 27.

 

Ein Gericht nach unseren Werken? Nein, nach dem Glauben mit seinen Früchten! Über die Sünden des gläubigen Christen ist das Gericht schon am Kreuz von Golgatha ergangen.

 

  • Bei der Auferstehung zum ewigen Leben werden wir – unsere Seele - mit einem neuen unsterblichen Leib „überkleidet“ und „verherrlicht“, mit einem Leib, wie ihn der Herr Jesus Christus, der „Erstling“ der Auferstehung, schon hat; Hes. 37; Joh. 5, 28; 6, 40; 1. Kor. 15, 42-57; Phil. 3, 21.

 

Die theologische Hypothese des sogenannten „Totaltodes“ (u.a. Karl Barth), dass nämlich der ganze Mensch mit Leib, Geist und Seele sterbe, ja, ins Nichts verfalle und ihn Gott nur im Gedächtnis behalte, dann ihn aber am Jüngsten Tag neu erschaffe, ist Spekulation und hat keinen Schriftgrund. Ja, Jesus widerspricht dem, z.B. mit Mt. 10, 28; 16, 26; Lk. 16, 19 ff.

 

Aus Gottes Wort hören wir:

 

Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse (2. Kor. 5,10).

„Da ist keiner der gerecht ist, auch nicht einer (Röm. 3,10).“

 

Wenn aber jemand auf den Grund (Jesus Christus) baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird's klar machen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch's Feuer hindurch (1. Kor. 3, 11ff.).“

 

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht (zur Verurteilung), sondern er ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen (Joh.5,24; 12, 47.48).“ Das Gericht über einen Christen ist schon am Kreuz Christi ergangen.

 

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben (Joh. 11, 25.26).“

 

Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden (Mk. 16,16).“

 

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes , die in Christus Jesus ist, unserm Herrn“ (Röm. 8,38 = Heilsgewißheit).

 

Keine letzten Antworten auf die Fragen:

 

Wann steht der Mensch vor Gottes Gericht? Unmittelbar nach seinem Tod oder erst nach der allgemeinen Auferstehung beim großen Weltgericht, Mt. 25, 31 - 46? Was ist in der Zwischenzeit? Schläft der Mensch, ist er ohne Bewusstsein? Oder ist er schon gleich nach seinem Tod endgültig bei Christus, Lk. 23, 43; Phil. 1, 23, oder endgültig in der Verdammnis? Fällt für den Menschen der Tag seines Todes vielleicht mit der Auferstehung der Toten und dem Jüngsten Gerichts zusammen, weil bei Gott die irdische Zeit aufgehoben ist?

 

Oder befindet sich der Mensch nach seinem Tod bis zur allgemeinen Auferstehung in einem wartenden Zwischenzustand, allerdings nicht an einem neutralen Ort, sondern entweder im Vorort der Ewigkeit („Abrahams Schoß“) oder im Vorort der Verdammnis (griech. „Hades“ - Totenreich – Vor-Hölle). Die Rede Jesu vom reichen Mann und armen Lazarus (Lk. 16, 19 ff.) spricht davon. Beim Jüngsten Gericht wird dann der eine endgültig in die Ewigkeit und Herrlichkeit des Herrn und der andere endgültig in die ewige Verdammnis der Feuer-Hölle - „Gehenna“ eingehen (Mt. 10, 28; 13, 50; 23, 15.33).

 

Ist im Vorort der Verdammnis (Hades - „Vorhölle“) noch eine Umkehr und Gnade möglich?

 

Mt. 12, 32 und insbesondere 1. Petr. 3,19; 4, 6 von der Höllenfahrt Jesu, geben dazu nichts Gewisses her! Wer in seinem Leben das Evangelium gehört hat und es glaubt, der wird selig, wer es abweist, geht verloren. Das verkündete Wort Gottes kommt nicht leer zurück, es wirkt Seligkeit oder Gericht (Jes. 55, 11, Hebr, 9, 27).

 

Menschen, die nun das Evangelium niemals gehört haben, sind die automatisch der ewigen Verdammnis / Feuer-Hölle (Gehenna) verfallen?

 

Antwort: Paulus fragt (Röm. 10, 14): „Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?“ Aber dennoch müssen auch sie vor dem Richterstuhl Christi erscheinen (2. Kor. 5, 10) und ihre Knie vor ihm beugen (Phil. 2, 10). An Christus kommt niemand vorbei (Joh. 14, 6), und er wird jeden Einzelnen nach dem Maßstab seiner Gerechtigkeit und Gnade richten. Was Jesu Maßstab für diese Menschen genau ist und wie sein Urteil über die Einzelnen ausgehen wird, bleibt uns verborgen. Andeutungsweise hören wir etwas dazu aus Jesu Rede vom großen Weltgericht (Mt. 25, 31-46).

 

Wir aber, die wir auf Jesu Namen getauft sind und ihm vertrauen, haben die unverbrüchliche Verheißung der Gnade und des ewigen Lebens durch ihn (Jesus Christus) und dürfen die tröstliche und freudige Gewissheit unseres Heils haben. Zu dieser Gnade sollen wir nach Jesu Worten alle Menschen rufen, die wir erreichen können (Missionsbefehl), damit sie gewiss errettet werden, dessen getröstet sind und dem dreieinigen Gott in ihrem Leben die Ehre geben. Wir haben keinen Grund in der Schrift, keinen Auftrag und keine Vollmacht Jesu, eine Gnade oder Erlösung außerhalb der Versöhnung durch sein Kreuz zu verkündigen. Mit der Bibel hat uns Gott allein diesen einzigen Heilsweg in seinem Sohn offenbart. Alles andere ist Sache des verborgenen dreieinigen Gottes.

 

 

Wie sind Sterbeforschung und Nahtod-Erfahrungen zu beurteilen?

 

 

Am Ende der Zeit und Welt wird Jesus Christus wiederkommen zum Weltgericht

 

- Endzeitreden Jesu Mt. 24-25; Mk. 13; Lk. 12; 2. Petr. 3.

 

Der Zeitpunkt des Weltendes kann weder wissenschaftlich noch durch pseudo-biblische Spekulation oder Wahrsagerei erfahren werden. Selbst Jesus kannte ihn in der Zeit seiner irdischen Niedrigkeit nicht (Mt. 24, 36). Wir sollen nicht versuchen den Jüngsten Tag zu ermitteln (Apg. 1, 7), wohl aber auf die Zeichen der Zeit achten – die „schmerzhaften Wehen“. Vom Glauben her sollen wir so vorbereitet sein, dass jeder Tag der letzte der Welt oder unseres Lebens sein könnte. Christus mahnt: „Wachet und betet“ und bei den „schmerzhaften Wehen“ sollen wir uns trösten, dass unsere Erlösung naht (Lk. 21,28).

 

Den Zeitpunkt des Weltendes und der Wiederkunft Christi können wir auch nicht beschleunigen oder verzögern, weder durch vernünftige noch durch unvernünftige Klima-, Umwelt-, Bevölkerungs- oder Atompolitik. Nach dem Ratschluss des Vaters wird Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit wiederkommen zum Gericht - und nicht, wie manche Christen meinen, um ein irdisches tausendjähriges Reich aufzurichten. Die Worte Jesu (Mt. 24 und 25) lassen solches Verständnis der Bildersprache von Offb. 20 nicht zu!

Die gefallene Schöpfung wird durchs Feuer hindurch erneuert, verwandelt werden - versetzt in die Ewigkeit und Herrlichkeit Gottes. Vor dem Gericht brauchen wir uns als Christen nicht zu fürchten, denn das Gericht über unsere Sünden ist schon am Kreuz auf Golgatha an Jesus ergangen. Vielmehr können und sollen wir bitten (Offb. 22, 20; 1. Kor. 16, 22): „Ja, komm bald Herr Jesus! - Maranata - Unser Herr, komm! und uns freuen auf Jesu Ankunft, auf die Vollendung unserer Erlösung.

 

Wie es sein wird, wird uns umschreibend mit Bild- und Gleichnisreden gesagt. Wir hören vom Vaterhaus (Joh. 14, 2. 23) vom neuen Himmel und der neuen Erde (2 Petr. 3, 13), dem Paradies (Lk. 23, 43), dem himmlischen Jerusalem (Offb. 3, 12), dem großen Abendmahl (Offb. 3, 20) und Hochzeitsmahl (Mt. 22, 14; 25, 1-13). Eins aber ist sicher: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen (Offb. 21,4)“.

 

Kommt Jesus unmittelbar zum Weltgericht und zur ewigen Erlösung wieder oder zuvor noch zur Aufrichtung eines 1000-jährigen Friedensreiches auf Erden?

 

 

Detlef Löhde

Tod und Weltende
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