Christen leben ein "Gegenmodell"                              zur Lebensweise dieser Welt

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Die Gemeinde und Kirche Jesu Christi wird im Neuen Testament mit dem griechischen Wort „Ekklesia“ bezeichnet. Das heißt wörtlich „die Herausgerufene/n“. Durch die Gabe des Glaubens und der Taufe sind Christen von Gottes Geist aus dem Denken und Tun der weltlich-sündigen Gesellschaft herausgerufen und zu einer Gemeinschaft des Heiligen Geistes berufen worden. Christen leben zwar noch in der irdischen Welt, aber nicht mehr nach den Maßstäben der in Sünde gefallenen Welt. Dass Christen nach anderen Maßstäben als nach denen der sie umgebenden Welt leben, zieht Aufmerksamkeit und auch Hass auf sie.


Jesus spricht (Joh. 15, 18.19; Mt. 5, 11-14):

„Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.“

„Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen“.

„Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“


Wo Christen, Gemeinde und Kirche keinen Widerstand mehr erfahren, da sind sie nicht mehr Salz, da „stoßen sie nicht mehr an“, da haben sie sich zu weit der sündigen Welt angepasst! Christen, Gemeinde und Kirche müssen aufgrund ihrer neuen Glaubens-, Denk- und Lebensweise in der Welt automatisch auffallen. Das war schon zur Zeit der Apostel so. Zur Denk- und Lebensweise der in Sünde gefallenen Welt leben Christen ein „Gegenmodell“.

 

Das ruft Reaktionen hervor, entweder positive der Anerkennung, Neugier und Bewunderung oder negative des Spottes, der Ablehnung, ja, des Hasses. Da wird in den Maßstäben der Denk- und Lebensweise der Christen zutreffend ein Vorwurf, ja, eine Anklage gesehen. Die christliche Lebensweise soll durchaus ein Bußruf und zugleich Lockruf für die Welt des Unglaubens sein – Mission durch Vorbild. Zu solcher Mission war schon das Volk Israel berufen worden. Dass das Vorbild-sein uns Christen nicht durchgängig gelingt, weil wir eben auch noch Sünder sind, ist leider wahr.

Aber insgesamt betrachtet unterscheidet sich das Denken, Handeln und Leben eines Christen schon,

  • gegenüber Gott durch Ehrfurcht, Demut, Gehorsam, Dankbarkeit und Liebe und ein Leben unter der Vergebung und Erlösung Jesu Christi;

  • gegenüber den Menschen durch Ehrlichkeit, Treue, Bereitschaft zum Dienen und zur Vergebung, Friedfertigkeit und Barmherzigkeit sowie auch durch ein an Gottes Gebot orientiertem Sexualleben.

 

Damit wir nicht in die alte sündige Lebensweise zurückfallen, deshalb mahnen und erinnern uns Jesus und seine Apostel immer wieder an die neue Lebensweise kraft des heiligen Geistes, wozu wir mit unserer Taufe berufen und erneuert worden sind.

 

Der Apostel Paulus schreibt

Röm. 12, 2 : „Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“.

1. Kor. 6, 9-11: „Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Uns solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“

2. Kor. 6, 14: „Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“

Eph. 2, 1 ff.: „Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt... Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden... Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“

Eph. 4, 22 ff.: „Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“


Aus dieser Sicht entsetzt es, wenn die großen Volkskirchen sich den Meinungen dieser Welt so weitgehend anschließen, in der Kritik an der Bibel, an Jesu Gottessohnschaft und Kreuzesopfer, an der Ehe- und Sexualethik („Familienpapier“, homosexuelle Paare im Pfarrhaus), am Sich-dem-Islam-anbiedern.

 

Das „biblische Gegenmodell“ der christlichen Gemeinde wird nicht mehr durchgehend und einstimmig verkündigt. Man läuft den Meinungen dieser Welt hinterher, um modern, politisch korrekt und tolerant, eigentlich indifferent, zu sein, um nicht noch mehr verweltlichte Kirchglieder zu verlieren, um nicht die Ablehnung von Staat, politischen Parteien und Lobbygruppen zu erfahren. So ist man immer mehr „von der Welt“ und immer weniger „Gemeinde der Heiligen“, immer weniger „Ekklesia“ - „Herausgerufene“.

 

Detlef Löhde


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