Was macht den christlichen Glauben aus? Was bedeuten die christlichen Feiertage?

Der Glaube an eine höchste göttliche Macht oder an ein höheres Gesetz findet sich in allen Religionen. Sie kennen auch alle eine gewisse Ethik. Dass man seinem Mitmenschen, zumindest seinem Glaubensgenossen und Landsmann, keinen Schaden zufügen, sondern ihm mit Rücksicht und Respekt begegnen und in der Not helfen soll. Entsprechendes finden wir auch in den Philosophien, wie im Humanismus.

 

Wer an die Existenz Gottes allgemein glaubt und sich gegenüber seinen Mitmenschen verantwortungsvoll verhält, der hat zwar eine religiöse Ahnung und Wahrnehmung, aber er ist damit noch kein Christ. Solch unbestimmter Gottesglaube kann sich auf keine Verheißung des ewigen Lebens nach dem Tode berufen.

 

 

Das eigentlich Wesentliche jeder Religion ist die Frage, wie erreiche ich das Wohlwollen Gottes und was erwartet mich nach dem Tod? Diese wahrhaft lebenswichtigen Fragen werden von den Religionen sehr unterschiedlich, ja, gegensätzlich beantwortet. Die Antworten auf diese Fragen sind das Einmalige und Wesentliche des christlichen Glaubens.

 

In Jesus, als dem Sohn, ist Gott als Mensch in die Welt geboren (Weihnachten), um uns ins ewige Leben, in seine göttliche Gegenwart und Ewigkeit, zu führen. Dazu hat Jesus die gerechte Strafe und den Fluch für unseren Ungehorsam und Unglauben - für unsere Sünde - auf sich genommen. Hat an unserer Stelle die Strafe des Todes erlitten und sich so am Kreuz für uns geopfert (Karfreitag). Wer Jesus das glaubt, auf sein Opfer am Kreuz vertraut, dem sind seine Sünden vergeben und der geht ein ins ewige Leben.

Drei Tage nach seinem Kreuzestod ist Jesus auferstanden von den Toten (Ostersonntag), hat sich seinen Jüngern über 40 Tage lang immer wieder als der Auferstandene gezeigt und ist dann in die himmlische Herrlichkeit des Vaters zurückgekehrt (Himmelfahrt).

10 Tage danach hat er den Heiligen Geist seiner Jüngerschaft und Gemeinde gesandt (Pfingsten). Er soll im Namen des Vaters und des Sohnes den Menschen Glauben schenken, erhalten und stärken, sie trösten und leiten.

Das alles hat der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, für uns getan. Wir müssen's nur glauben, ihm nur vertrauen und seine Taufe empfangen haben, dann haben wir's – Vergebung der Sünden und ewiges Leben.

 

Nun wundert es, ja es erschreckt, dass wir heute in vielen Kirchen und Gemeinden, besonders in den großen Volkskirchen, so wenig hören von dem Lebenswichtigen, von dem Eigentlichen und Wesentlichen des christlichen Glaubens. Dass wir so wenig hören vom Evangelium, von der frohen Botschaft unserer Erlösung durch Jesus Christus, den Sohn Gottes. Statt dessen hören wir nur ein allgemeines Reden über Gott und unzählige ethische und gesellschaftspolitische Appelle. Selbst zu Weihnachten, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten hören wir wenig Worte, die zum Glauben an die frohe Botschaft Jesu Christi und ins ewige Leben führen wollen.

 

Kyrie eleison – Herr erbarme dich

 

Detlef Löhde

Christlicher Glaube.pdf
Adobe Acrobat Dokument 70.7 KB