Kritik an der Auferstehung Jesu Christi

 

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Welche Gewissheiten des Glaubens (Glaubenssätze) soll uns die Auferstehung Jesu Christi vermitteln, beglaubigen, verbürgen?

 

  • Jesus ist wahrhaft Gottes Sohn, der Vater hat sich zu ihm bekannt, er hat ihn verherrlicht – sitzend zur Rechten Gottes, Mt. 26, 63.64; Joh. 5, 19f.; 12, 23; 13, 31-33; 17, 5; Apg. 3, 13; Phil. 2, 6;

  • Jesu Tod am Kreuz war nicht vergeblich; sein Opfertod hat die Versöhnung gewirkt;

    es ist vollbracht“, Joh. 19, 30; durch ihn haben wir Vergebung unserer Sünden u. ewiges Leben;
  • Jesus hat die Macht des Todes gebrochen, er ist der „Erstling“ der Auferstehung, wie Christus leiblich auferstanden ist, so werden auch wir leiblich auferstehen, Röm. 6,5; 1.Kor.15, 20f.

 

Zur Kritik an der Auferstehung Jesu Christi

 

Die Kritiker der Auferstehung Jesu behaupten, entweder war Jesus nur scheintot, hat also die Kreuzigung überlebt, oder sein Leichnam wurde gestohlen und die Jünger seien Betrüger und / oder ihrem Wunschdenken - Halluzinationen erlegen. Unbestritten von ihnen ist, dass das Grab leer war und dass Jesus selbst von seiner Auferstehung gesprochen hat (Mt. 27, 63). Die erst 650 Jahre später von Mohammed aufgestellte Behauptung, ein anderer als Jesus sei gekreuzigt worden, ohne dafür eine historische Quelle benannt zu haben, bedarf keiner Erörterung.

 

Konnte Jesus die Kreuzigung überlebt haben?

 

Nein: Der Kreuzigung war die Geißelung vorausgegangen, die zu sehr hohem Blutverlust führte. Der Tod Jesu am Kreuz trat vermutlich nach Erstickungsanfällen durch einen plötzlichen Herzwanddurchbruch (Perikardtamponade) ein. Ein so Sterbender stößt im Moment des Durchbruchs einen gellenden Schrei aus (Mt. 27, 50). Um seines Todes sicher zu gehen, wurde Jesus noch mit einer Lanze durchbohrt. Blut und Wasser (Wundserum) traten aus (Joh. 19, 34).

 

Konnte der Leichnam gestohlen worden sein?

 

Die Feinde Jesu, die ihn ans Kreuz gebracht hatten, befürchteten dies ja und ließen deshalb das Grab versiegeln und Wachen davor aufstellen (Mt. 27, 62-66). Die Wachen konnten von den Jüngern weder überwältigt noch überlistet werden – das Wegwälzen des großen Steines hätte nicht unbemerkt bleiben können. Mit einer Duldung des Diebstahls hätten die Wachen ihr Leben riskiert. Als die Wachen den Hohenpriestern von dem Engel am Grab berichteten, wurden sie bestochen um zu behaupten, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen (Mt. 28, 2-4.11-13).

 

Leichenräuber hätten den Leichnam nicht ausgewickelt und die Tücher ordentlich zusammengelegt zurückgelassen (Lk. 24, 12; Joh. 20, 4-7).

 

Hat sich der Glauben an die Auferstehung Jesu erst nach Jahrzehnten in den Gemeinden entwickelt?

 

Die Evangelien sind sehr zeitnah (Frühdatierung 40 – 60, Spätdatierung 70 – 95) als Augenzeugenberichte verfasst worden. Und Paulus schrieb im 1. Korintherbrief, Kapitel 15, dass er nur das der Gemeinde weitergegeben hat, was er selbst empfangen hat, und das war in Damaskus und Jerusalem nur ca. 3 Jahre nach der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Paulus schreibt das gottesdienstlich formulierte Bekenntnis: „Dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift, und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als 500 Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben.“

 

Wie glaubwürdig sind die Zeugen des Auferstehung Jesu Christi?

 

Die Jünger waren nach der Kreuzigung Jesu verängstigt und tief verunsichert. Sie haben die Auferstehung Jesu nach drei Tagen nicht erwartet, obwohl es ihnen Jesus zuvor gesagt hatte. Erst als Jesus unter sie tritt und ihnen – über 40 Tage lang – mehrfach begegnet, ja, dem Thomas seine Wundnarben zeigt und sie fühlen lässt und Jesus mit ihnen am See Genezareth Fisch isst, werden sie seiner Auferstehung gewiss und froh. Die Begegnung mit dem Auferstandenen und die Gabe seines Geistes machen aus dem verängstigten kleingläubigen Jüngern glaubensstarke verkündigende Apostel, die Gemeinden gründen und bereit sind für ihren Herrn Leid und Tod auf sich zu nehmen.

 

Sie sind mit ihrem Zeugnis als Personen glaubwürdig, weil

 

  • sie über ihre eigenen anfänglichen Zweifel berichten und erst durch die Begegnung mit dem Auferstandenen überzeugt und gestärkt wurden,

  • keiner für einen Betrug oder Wunschphantasien Verfolgung und Tod auf sich nimmt,

  • ihnen keine eigensüchtigen Motive für ihr Zeugnis unterstellt werden können,

    denn äußerlich hatten sie nur persönliche Nachteile,

  • sie, entgegen dem Gesetz, sogar die Frauen als erste Zeugen benannt haben,

  • die Evangelien und Briefe zeitnah niedergeschrieben worden sind,

  • in den Evangelien ihre Schwächen und ihr Kleinglauben nicht verschwiegen werden,

  • jeder das Geschehen aus seiner Sicht bis in Details hinein geschildert hat,

  • aber keine glatte vereinheitlichte Darstellung des Geschehens erstellt worden ist.

 

Es gibt keine außerbiblischen zeitnahen Quellen, die die Auferstehung Jesu mit irgendwelchen Zeitzeugen oder Quellen widerlegen wollen. Im Gegenteil, Flavius Josephus schrieb im Jahr 79 beiläufig in seinem „Judäischen Krieg“ von Jesus, „dieser war der Christus, er erschien ihnen am dritten Tag wieder lebend“.

 

Am Glauben an die Auferstehung Jesu Christi entscheidet sich das Christ-sein. Denn die Auferstehung Jesu Christi hat für uns die Verheißung, dass auch wir einmal so auferstehen werden. Paulus schreibt: Wäre Christus nicht auferstanden, dann wäre die Predigt und der Glaube vergeblich. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht (1. Kor. 15, 14.20.22).

 

Detlef Löhde

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