Woher wissen wir von Jesus Christus?

Zeugen der Geschichte Jesu - die Evangelisten

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Vier Evangelisten haben jeweils die Worte und Taten Jesu, seinen Kreuzestod und seine Auferstehung bezeugt und zwischen 40 – 95 n. Chr. niedergeschrieben. Der Inhalt ist das Evangelium, die gute Botschaft Jesu Christi von der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens. Die vier Evangelien haben apostolische Autorität, denn sie sind von den, von Jesus unmittelbar berufenen Aposteln Matthäus und Johannes und von den engen Begleitern der Apostel Petrus und Paulus (Markus, Lukas) geschrieben worden. Von ihren Evangelien gilt

Jesu Wort: Wer euch hört, der hört mich (Lk. 10, 16).

 

Matthäus, auch Levi genannt, wurde von Jesus als damals verachteter Zöllner in den Kreis seiner 12 Apostel berufen (/Mt. 9, 9). In seinem Evangelium stellt er fünf große Reden Jesu zusammen, um dann von Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen zu berichten. Dabei stellt er immer wieder heraus, dass sich in Jesus die Prophezeiungen aus dem Alten Testament vom kommenden Messias, vom Christus, erfüllt haben (Schriftbeweis). Damit ist das Matthäus-Evangelium besonders an die Juden gerichtet, deren Glaubensgrundlage das Alte Testament war und ist. Aber auch für andere bezeugt es den engen Zusammenhang von Altem und Neuen Testament, von der Prophetie Gottes und den Gang der Heilsgeschichte.

 

Markus (= Johannes Markus, Apg. 12,12) gehörte als Jüngling zum größeren Jüngerkreis Jesu (Mk. 14,51?). Er hat Jesus nicht ständig begleitet, wurde aber nach Jesu Tod und Auferstehung ein Vertrauter und Begleiter des Apostels Petrus und auch zeitweiliger Begleiter des Apostels Paulus. Aus den Erzählungen und Predigten des Petrus schrieb Markus akribisch genau, aber nur auszugsweise und nicht unbedingt chronologisch, sein kurzes Evangelium. Es war vor allem an die Nicht-Juden, an die Menschen der damals griechisch-sprachigen Welt gerichtet. Aufgrund der Kürze ist das Markus-Evangelium gut geeignet, sich einen ersten Überblick über Jesu Wirken, sein Leiden und Sterben zu verschaffen. Jesus wird als der immer wieder neu überraschende und zu bewundernde dargestellt, der sich Stück für Stück als der Christus und Sohn Gottes offenbart.

 

Lukas war ein Arzt, der nicht aus dem jüdischen Volk stammte. Er war Begleiter und Mitarbeiter des Apostels Paulus. Für seinen verehrten Bekannten Theophilus schrieb er das Evangelium. Dazu hatte er viele glaubwürdige Augen- und Ohrenzeugen und die Apostel Jesu befragt. Deshalb lesen wir bei ihm auch von Ereignissen und Worten Jesu, die wir bei Matthäus und Markus nicht finden (Sondergut des Lukas). Das markanteste ist die Geburtsgeschichte Jesu.

 

Matthäus, Markus und Lukas bezeichnet man als die Synoptiker, weil sie aus verhältnismäßig gleicher Sichtweise das Leben Jesu beschreiben. Im Gegensatz dazu steht Johannes, der ein ganz spezielle Sichtweise bezeugt und vermitteln will.

 

Johannes war einer der ersten, der von Jesus berufenen 12 Apostel (Mt. 4, 21; Joh 1, 37 ?). Er gehörte zum engsten vertrauten Kreis Jesu (Petrus und die Brüder Jakobus und Johannes). In Kenntnis der Evangelien des Matthäus, Markus und Lukas schrieb Johannes sein Evangelium vermutlich um 67 n.Chr. in Ephesus.

 

Das Johannes-Evangelium soll ein ergänzendes Evangelium für die glaubende Gemeinde sein und nicht zuerst ein „Evangelium der Bekehrung und Mission“. Johannes setzt den Akzent auf das Zugleich des wahren Gottes und wahren Menschen Jesus Christus. Johannes erzählt Ergänzendes und lässt dabei Wichtiges weg, weil es aus den anderen Evangelien schon bekannt ist, wie das Abendmahl (dafür die Brotrede, Joh. 6), den Taufbefehl (dafür Gespräch mit Nikodemus, Joh. 3), den Missionsbefehl (dafür Aussendung,Joh 20, 21f.).

 

Außerdem will Johannes die Chronologie des Lebens und Wirkens Jesu präziser als die Synoptiker darstellen. Nach seinem Zeugnis war Jesus dreimal in Jerusalem zum Passahfest (damit eine ca. dreijährige Wirkungszeit Jesu), während die Synoptiker (Matthäus, Markus, Lukas) nur einen Besuch erwähnen, der dann Jesus ans Kreuz geführt hat (falsche Schlussfolgerung einer einjährigen Wirkungszeit Jesu).

Adressatenkreis für das Johannes-Evangelium sind vor allem die griechisch-sprachigen christlichen Gemeinden in Kleinasien (heutige Türkei) und Griechenland.

 

Detlef Löhde

 

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