Allahs Barmherzigkeit und Paradies

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Die erste Sure des Koran ist die Eröffnungssure „al-Fatiha“, deren erster Vers lautet: „Im Namen Allahs, des All-Erbarmers, des Barmherzigen“, arabisch „Bi-smi IIahi r-rahmani r-rahim“. Mit diesem Vers der Anrufung („Basmala“) beginnt jede weitere Sure, ausgenommen die Neunte und jedes der vorgeschriebenen Gebete wird so begonnen. „Ar-Rahman“ und „Ar-Rahim“ sind auch die ersten beiden der schönen 99 Namen Allahs. Der „All-Erbarmung und Barmherzigkeit Allahs“ wird im Islam und von jedem Muslim eine ganz überragende Bedeutung beigemessen.

 

Nun könnte man überrascht sagen, das entspricht ja dem, was auch Gott dem Mose von sich offenbart und bezeugt hat: „HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue“ (2. Mose 34, 6). Entsprechen nun die Aussagen denen des Korans oder gibt es Unterschiede?

 

Dazu muss untersucht werden, was nach dem Koran „Rahman“ und „Rahim“ inhaltlich bedeuten. Die schlichte Übersetzung ins Deutsche mit „All-Erbarmen“ und „Barmherzigkeit“ reicht nicht aus. Das deutsche Wort „barmherzig“ ist eigentlich eine Fehlübersetzung, denn es meint ja, dass Gott „sein Herz bei den Armen und Bedrängten hat“. Doch in Allah sind keine Gefühle von Mitleid und Liebe und auch kein Herz, denn das würde ihn ja auf eine menschliche Ebene herabwürdigen.

Rahman“ und „Rahim“ hängen sprachlich eng zusammen und haben, wie auch die Übersetzung zeigt, eine sehr ähnliche Bedeutung. Deshalb wird von einigen behauptet, dass es sich lediglich um eine verstärkende Doppelung handele.

 

Meistens wird ihnen jedoch eine unterschiedliche Bedeutung zugesprochen. Danach meint „Ar-Rahman“, Allah, den Schöpfer, der die diesseitigen Bedürfnisse stillt, fürsorglich und wohlwollend gegen die Schöpfung und alle Geschöpfe ist. Das alles geschieht aber nicht aus Mitgefühl, Mitleid oder gar Liebe, denn solche Gefühle sind geschöpflich und nicht in Allah.

 

Ar-Rahim“ meint Allah, den Offenbarer, der den Koran und damit eine „Rechtleitung“ den Menschen gegeben hat. Damit hat er ihnen die Chance gegeben, Muslime zu werden, die sich für den Islam einsetzen und seine Gesetze befolgen. Damit haben sie nach ihrem Tod die Chance, ins Paradies geholt zu werden. Den Muslimen, die seine Gesetze befolgen, wird Allah beim Jüngsten Gericht nach seinem freien Ermessen Sünden vergeben und sie ins Paradies holen. Diese „Barmherzigkeit Allahs“ gilt also nur den Muslimen und ist an harte Bedingungen geknüpft (Einsatz für den Islam und Gesetzeserfüllung) und bleibt selbst dann noch im freien Ermessen Allahs. So sind die ständigen täglichen Wiederholungen von Allah als dem „All-Erbarmer und Barmherzigen“ in allen Gebeten und Redensarten schreiende Bitten, fast Beschwörungen, dass Allah den Beter doch einmal ins Paradies holen möge.

 

Der Koran lehrt, dass Allah in seinem Handeln absolut frei sei und er deshalb den Menschen und auch den Muslimen keine festen Zusagen mache. Denn sonst würde er sich binden und wäre eben nicht mehr souverän1. Allah fordert vom Menschen unbedingte Unterwerfung, danach die arabische Religionsbezeichnung "Islam" - Unterwerfung. Wem Allah sich einst erbarmen wird und wem nicht, dazu hat er etliches gesagt, sich aber nicht verbindlich festgelegt. "Allah verzeiht, wem er will, und er bestraft wen er will" (Sure 48, 15).

 

Es gibt zwar islamische Riten und Werke, mit denen der Muslim auch die stückweise Vergebung Allahs erwerben kann, wie zum Beispiel im Ramadan, beim Opferfest und bei der Hadsch, aber er kann nie gewiss sein, ob diese Vergebung ausreichen werde. Bis zum Jüngsten Gericht bleibt der Muslim in Ungewissheit. Er kann nur hoffen, dass er all seine religiösen Pflichten zur Zufriedenheit erfüllt hat und Allah ihn dann aus seiner Souveränität heraus ins Paradies holt. Selbst Mohammed war sich der Barmherzigkeit Allahs für seine Person nicht immer gewiss. Wird deshalb, immer wenn ein Muslim den Namen Mohammeds erwähnt, der Segenswunsch hinzugefügt, „Allahs Frieden und Segen seien auf ihm“?

 

Die Unkenntlichkeit und Unberechenbarkeit Allahs kann Menschen in Orientierungslosigkeit und Verzweiflung oder in untätige blinde Schicksalsergebenheit (arab. „Kismat“, türk. "Kismet") treiben. Sie ist dazu angetan, den bewusst „unmenschlich-übermenschlichen“ Allah als unheimlich, hart und bedrohlich zu fürchten. Ein persönliches Verhältnis oder gar Liebe zu Allah kann da nicht aufkommen. Das wird von einem Muslim aber auch gar nicht verlangt, sondern nur Unterwerfung und Gesetzesgehorsam eines Sklaven. Um das Verhältnis zu Allah erträglicher zu empfinden verbleibt einem Muslim nur, das vom Koran vermittelte harte Bild Allahs gedanklich abzumildern.

 

Mouhanad Khorchide, Lehrstuhlinhaber für islamische Religionspädagogik in Münster, hat in seinem Buch „Islam ist Barmherzigkeit“, 2012, eine historisch-kritische Kontextualisierung der Koranaussagen vorgenommen, um zu einer „humanistischen Koranhermeneutik“ und einer „Theologie der Barmherzigkeit“ zu kommen. Dafür wurde er von säkularer und liberal-christlicher Seite sehr gelobt, von den deutschen muslimischen Verbänden hat er dagegen harte Kritik erfahren bis dahin, dass man ihm die Ausbildung von islamischen Religionslehrern nicht weiter anvertrauen will. Die Barmherzigkeit Allahs als das übergeordnete Kriterium der Koranauslegung verstehen zu wollen, stehe im Widerspruch zu allen sunnitischen Traditionen und Autoritäten. Das sei eine Übernahme christlicher Theologie und christlichen Verständnisses in den Islam. „Barmherziger“ sei zwar einer der 99 Namen Allahs, aber er stehe nur als einer neben den anderen und nicht über ihnen.

 

Wenn Gott von sich in 2. Mose 34, 6 sagt, dass er „barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue“ ist, dann ist das eine ganz andere Barmherzigkeit als die des Allah' aus den Suren des Koran. Das gilt, obwohl das alttestamentliche hebräische Wort „rahum“, das in unseren Bibeln mit „barmherzig“ übersetzt ist, den arabischen „rahman“ und „rahim“ sprachlich verwandt ist. Die Barmherzigkeit Gottes, wie sie uns die Bibel bezeugt, ist eine wirkliche Barmherzigkeit, denn sie entspringt der Liebe Gottes zu den Menschen. Der wahre Gott hat ein Herz für die Menschen2. Gottes liebende Barmherzigkeit steht nach 2. Mose 34, 6 und nach dem gesamten biblischen Zeugnis in untrennbarer Verbindung mit Gottes Gnade, Geduld und Treue. Gottes Gnade ist wirkliche Gnade, denn sie fordert keine Vorleistung, keine Gegenleistung und stellt keine Bedingungen. Sie besteht in der unverbrüchlichen unwiderruflichen Treue Gottes zu seinen Zusagen, zu seinem Bund, zu seinem Volk – zu der Gemeinde Jesu Christi aller Zeiten. Der Apostel Paulus schreibt (Eph. 2,4.5): „Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden.“

 

Nach der Bibel spricht Gott auch zu Mose (2.Mose 33, 19): „Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.“ Aber aus Liebe hat sich Gott durch unwiderrufliche Heilszusagen selbst gebunden (5. Mose 7,8; Jer. 31, 3). Immer wieder hat Gott mit Menschen einen „Bund“ geschlossen. Sie haben den Bund zwar immer wieder gebrochen, Gott aber hat ihn von seiner Seite immer gehalten, denn Gott ist treu. Der letzte alles erfüllende Bund Gottes ist der Bund in und durch seinen Sohn Jesus Christus (Joh. 3, 16; Röm. 5, 8). - Der Bund, der durch das Blut Jesu am Kreuz von Golgatha besiegelt wurde und zu dem alle Menschen eingeladen sind. Wer die Heilszusagen Gottes in seinem Sohn Jesus Christus glaubt, auf sie vertraut, der hat Vergebung der Sünden und ererbt das ewige Leben, wie Jesus spricht (Mk. 16, 16): „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden.“ Das ist eine feste unwiderrufliche Zusage, dessen wir gewiss sein können. Und Jesus hat seiner Gemeinde den Auftrag und die Vollmacht gegeben, diese frohe Botschaft - das Evangelium – allen Menschen zu verkündigen (Mt. 28, 18 f.). Den Bußfertigen darf und soll auch schon jetzt hier auf Erden die Vergebung der Sünden in Vollmacht Jesu Christi zugesprochen werden (Mt. 16, 19; Joh. 20, 22). Solche, dem einzelnen Gläubigen hier und jetzt schon in Vollmacht Gottes zugesprochene Vergebung der Sünden, ist im Islam unbekannt.

 

 

Mohammed sagt,

der Mensch könne als ein Gerechter vor Gott bestehen

 

Der Islam wirbt damit, dass es leicht sei, Muslim zu werden und als solcher zu leben. Die sechs Glaubensartikel und die fünf Grundpflichten des Koran seien nicht schwer. Tatsächlich gewinnt der Islam als eine "leichte Gesetzesreligion“3, die auf Rituale setzt, insbesondere in Afrika und Asien immer wieder neue Anhänger. Erst die Ulama mit der Sunna haben sie verkompliziert.

 

Die sechs Glaubensartikel des Islam, davon die ersten fünf aus Sure 4, 136, sind der Glaube an:

  1. den einzigen Gott (Allah),

  2. seine Engel,

  3. seine Offenbarung der heiligen Bücher Thora, Evangelium, Koran,

  4. seine Gesandten, die Propheten, mit dem letzten Propheten Mohammed,

  5. den Tag des Jüngsten Gerichts und das Leben nach dem Tod,

  6. die Vorherbestimmung (Suren 9, 51; 14,4; diverse Hadithe)4

 

Dazu kommen die Grundpflichten, die „fünf Säulen des Islam“ aus der allgemein anerkannten Gabriel-Hadith:

 

1. Das in arabischer Sprache festgelegte Glaubensbekenntnis zu Allah und seinem Propheten Mohammed, die „Schahada“, vor Zeugen sprechen;

 

2. Fünfmal täglich die festgelegten arabischen Tagesgebete (arab. „Salat“) mit der Schahada, in bestimmten Körperhaltungen, gen Mekka gewandt beten. Jedem Gebet geht eine rituelle Waschung voraus, um in Reinheit vor Allah zu treten.

 

3. Zahlung eines Prozentsatzes vom Besitz und Einkommen als „Zakat“, verkürzt übersetzt mit „Almosen- oder Armensteuer“. Zakat ist zwar für arme Muslime bestimmt, aber zugleich auch für die Kassierer des Zakat, sowie für Nicht-Muslime, um sie für den Islam dienstbar zu machen oder zu gewinnen und für Kämpfer des Dschihad (heiliger Krieg). Von daher finanzieren islamische „Wohltätigkeitsorganisationen“ selbstverständlich auch den bewaffneten Kampf und Terror für den Islam.

 

4. Im Mondmonat Ramadan, der jährlich in einen anderen Monat unseres Sonnenkalenders fällt, keine Speisen und Getränke in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu sich nehmen. Im Ramadan darf also nur in der Dunkelheit gegessen und getrunken werden. Das ist das islamische Ramadan-Fasten (arab. „Saum“).

Im Zusammenhang des Fastens sei auch auf die allgemein einzuhaltenden Speisevorschriften (z.B. kein Schweinefleisch essen, keinen Wein trinken) und Reinheitsgebote hingewiesen.

 

5. Mindestens einmal im Leben am 10. Ramadan eine Pilgerfahrt (arab. "Haddsch") nach Mekka zum Opferfest unternehmen und dort das Schlachtopfer und die vorgeschriebenen Riten vollziehen, wie die symbolische Steinigung des Teufels und das siebenmalige Umschreiten des würfelförmigen Baues der Kaaba mit dem eingemauerten schwarzen Meteoriten-Stein. Diesen Kultbau der altarabischen Götzendiener hat angeblich Abraham zusammen mit seinem Sohn Ismael, den er opfern sollte (statt Isaak, wie es die Bibel bezeugt), als Gebets- und Wallfahrtsstätte erbaut.

 

Als 6. Säule rechnen namhafte Religionsgelehrte den „Dschihad“ (heiligen Krieg) hinzu.

 

Vor allem äußere kultische Pflichten bestimmen das Leben eines Muslims. Pflichten gegenüber den Mitmenschen (Ethik) finden sich im Koran an verstreuten Stellen. Sure 17, 22 – 39 gilt als Ethik-Katalog des Islam. Er fordert: Allah keinen anderen Gott zur Seite zu stellen, die Eltern gut zu behandeln, nicht verschwenderisch zu sein, verbietet, Kinder aus Furcht vor Verarmung zu töten, verbietet Unzucht, verbietet das Töten von Menschen ohne eine Berechtigung dafür zu haben, verbietet, sich am Vermögen von Waisen zu vergreifen, gebietet vertragliche Verpflichtungen einzuhalten und mit rechter Waage zu wägen.

 

Diese Ge- und Verbote reichen an die umfassenden 10 Gebote des Alten Testaments oder gar an Jesu Bergpredigt mit dem Doppelgebot der Liebe zu Gott und dem Nächsten, nicht heran. Bewusst beschränkt sich der Islam auf ein äußeres Einhalten und Beachten der religiösen Pflichten und eine äußere Rechtschaffenheit. Damit könne der Mensch vor Gott schon als ein Gerechter bestehen. Diese Pflichten kann ein Mensch mit etwas Selbstdisziplin auch durchaus leisten. Mohammed sagt: "Denjenigen, welche die großen und schändlichen Sünden vermeiden und sich nur leichtere Vergehen zuschulden kommen lassen, wird dein Herr sich leicht versöhnlich zeigen. Nur das wird dem Menschen vergolten, was er mit Vorbedacht getan hat" (Sure 53, 33.40).

 

Gerade gegen die Sicht, schon durch äußere Pflichterfüllung vor Gott gerecht und frei von Sünde zu sein, richtet Jesus seine gesamte Verkündigung und ruft zur Umkehr. Immer wieder sagt Jesus, eure vielleicht äußere Rechtschaffenheit reicht vor Gott nicht aus. Erkennt eure Sünde in eurem Herzen und erkennt, dass ihr aus eigener Kraft vor Gott nicht gerecht sein könnt. Kommt zu mir, ich schenke euch Vergebung eurer Sünden und meine Gerechtigkeit. Nur so könnt ihr vor Gott im Gericht bestehen.

 

Die tiefe echte Sündenerkenntnis, und dass der Mensch Gottes Gebote nicht vollkommen erfüllen kann, die fehlen im Islam. Es fehlt auch die Erkenntnis, dass der Mensch nach dem Sündenfall immer wieder zur Sünde neigt und ihr nachgibt („Erbsünde“), obwohl er es eigentlich nicht will (Röm. 7,14 f.). Selbstdisziplin vermag dies nicht zu überwinden. Weil diese Einsichten alle fehlen, deshalb ist im Denken der Muslime für die Stellvertretung und das Opfer Jesu Christi kein Raum. Diese mangelnde Erkenntnis, die meint, Jesu stellvertretendes Opfer nicht zu bedürfen, finden wir heute leider auch bei vielen entkirchlichten Menschen unseres Kulturkreises.

 

 

Mohammeds Paradiesvorstellungen

 

Im Koran lesen wir, dass nach dem Tod zunächst jeder Mensch in die Hölle kommt, in der er zusammen mit den Satanen knieend wartet, ob ihn Allah herausholt. "Allah verzeiht, wem er will, und er bestraft wen er will "(Sure 48, 15). Allah wird die Gottesfürchtigen erretten und die brennen lassen, die gegen ihn rebelliert und es damit verdient haben5. Die Werke der Menschen werden auf einer Waage geprüft, ob sie für das Paradies ausreichen6. Nach einer Hadith muss der Mensch über die haaresbreite und messerscharfe (Gerichts-) Brücke „Sirat“ gehen. Der Ungerechte fällt herunter in die Hölle, der Gerechte gelangt ins Paradies, in die „Gärten der Wonne“7.

 

Das Paradies mit den Gärten wird sehr weltlich und sinnlich dargestellt. Dazu einige Auszüge:

Mit dem Paradies, das den Gottesfürchtigen versprochen ist, ist es wie folgt: darin sind Bäche mit Wasser, das nicht faul ist, und Bäche mit Milch, deren Geschmack sich nicht ändert (nicht säuert), und Bäche mit Wein (!), der genussvoll ist für die, die davon trinken und Bäche mit gefiltertem Honig (Sure 47, 15).

Sie empfinden Wohlbehagen an dem, was ihnen der Herr zukommen lässt... Esst und trinkt zu eurem Wohl für das, was ihr zu tun pflegt. Sie lehnen sich auf gereihten Betten. Und wir vermählen sie mit großäugigen Huri8 (Sure 52, 18).

Sie lehnen sich auf Unterlagen, deren Futter Brokat sind... Darin sind Frauen, die ihre Blicke zurückhalten, die vor ihnen weder Mensch noch Dschinn (= Geister) beschlafen hat..., als wären sie Hyazinth und Korallen. Kann einer, der Gutes tut, anders entlohnt werden als dadurch, dass ihm Gutes getan wird? Außer ihnen gibt es zwei andere Gärten... Darin sind zwei ergiebig sprudelnde Quellen... Darin sind Früchte und Palmen und Granatäpfelbäume. Darin sind schöne Frauen... Huri, die in den Zelten zurückgezogen wohnen... Vor ihnen hat sie weder Mensch noch Dschinn beschlafen... Sie lehnen sich auf grünen Decken und schönen Teppichen (Sure 55, 52-76).

Auf durchwobenen Betten lehnen sie sich einander gegenüber . Unter ihnen machen ewig junge Knaben die Runde mit Humpen und Krügen und einem Becher aus einem Quell, von dem sie weder Kopfweh bekommen noch sich berauschen und mit Früchten von dem, was sie sich auswählen und Fleisch von Geflügel von dem, was sie begehren: Und darin sind großäugige Huri gleich wohlverwahrten Perlen... Sie sind unter Zizyphusbäumen ohne Dornen und übereinandergereihten Bananen und ausgestrecktem Schatten, an Wasser, das sich ergießt, mit vielen Früchten, die weder aufhören noch verwehrt sind, und auf erhöhten Unterlagen. Wir (Allah) haben sie (die Huris) eigens entstehen lassen, und sie zu Jungfrauen gemacht, liebevoll und gleichaltrig (Sure 56, 15-37).

Für die Gottesfürchtigen ist ein Ort des Erfolgs bestimmt, Gärten und Weinstöcke und gleichaltrige9 Frauen mit schwellenden Brüsten (Sure 78, 31).

In den Hadithe wird das Paradies noch weiter ausgemalt. Zum Beispiel bekommt ein Kämpfer, der im Dschihad umgekommen ist, 72 Frauen und unzählige Sklaven. In einer Hadith wird erzählt (zitiert in Newton/Haqq, Frauen im Islam, S.112): „Man fragte den den Propheten: „Werden wir im Paradies diese geschlechtlichen Freuden erleben?“ Er antwortete: „Ja, bei dem, der meine Seele in der Hand hält, und es wird heftiger und aufregender Verkehr sein. Und hinterher wird sie wieder rein und jungfräulich werden, wie zuvor.“

 

Der Koran will diese Paradiesbeschreibung wörtlich, wie eine Fotografie von der Zukunft, verstanden wissen. Wenn man von diesem „Männer-Paradies“ liest, stellt sich die Frage, was für ein Platz für die muslimischen Frauen vorgesehen ist. Da stößt man nur auf die allgemeine Aussage, dass Gläubige in das Paradies eingehen, sowohl Mann als auch Frau und Gattin10. Doch werden für die Frauen keine Einzelheiten der Freuden ausgemalt, sondern ihnen gilt die ganz allgemeine Verheißung, dass sie alles haben werden, was ihre Seele begehrt11 und sie werden alle einen bzw. ihren Gatten haben. Einer der bekanntesten Salafisten in Deutschland, Pierre Vogel, sagt, dass die Männer von Allah so geschaffen sind, dass sie an vielen Frauen Gefallen finden, während Frauen mit nur einem Mann Erfüllung finden.

 

 

In der Hadithe Sahih al. Bukhari 1.6.301 (zitiert in Newton/Haqq, Frauen im Islam, S. 126) spricht Mohammed: „O ihr Frauen! Gebt Almosen, denn ich habe gesehen, dass die Mehrheit der Bewohner der Hölle Frauen waren“ Sie fragten: „Warum ist es so, O Allahs Apostel?“ Er antwortete: „Ihr flucht häufig und seid euren Ehemännern undankbar. Ich habe keinen gesehen, dem es so an Intelligenz und Religion mangelt wie euch. Ein vorsichtiger und vernünftiger Mann könnte von einigen von euch irregeleitet werden.“

 

Die ausgesprochen weltlich-sinnlichen Paradiesvorstellungen des Islam unterscheiden sich gewaltig von dem, was uns aus dem Neuen Testament über das ewige Leben gesagt wird. Allen sexuellen Erwartungen widerspricht Jesus (Mt. 22, 30): „In der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel.“ Vom künftigen Leben in der Ewigkeit Gottes hören wir „nur“ verschiedene umschreibende Bild- und Gleichnisworte. Eine „fotografische“ Beschreibung mit menschlichen Worten ist nicht möglich und würde auch unser Vorstellungsvermögen übersteigen. Deshalb hören wir vom Vaterhaus (Joh. 14, 2. 23), vom neuen Himmel und der neuen Erde (2. Petr. 3, 13), dem Paradies (Lk. 23, 43), dem himmlischen Jerusalem (Offb. 3, 12), dem großen Abendmahl (Offb. 3, 20) und dem Hochzeitsmahl (Mt. 22, 14; 25, 1-13). Und als Trost:„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen(Offb. 21,4)“ und unsere Traurigkeit wird in Freude verwandelt werden (Joh. 16, 20 ff.; Röm. 14, 17).

 

Detlef Löhde

 

Fußnoten

1 Sure 112, 2

2 1. Mose 6, 6; 5.Mose 2, 7; Jes. 5, 7; Jer. 3, 15; 6, 8; 15, 1; 44, 21

3 Helmuth von Glasenapp, a.a.O., S. 378, 437 spricht vom Islam als einer „Religion der Mindestforderung“, dadurch ist sie anderen Religionen gegenüber im Vorteil.

4 Die Lehre von der Vorherbestimmung (Prädestination) findet innerhalb des Islam sehr unterschiedliche Ausprägungen und Auslegungen, durchaus vergleichbar mit den Unterschieden, die wir in den verschiedenen christlichen Konfessionen finden.

5 Sure 19, 68 ff.

6 Sure 101, 6-11

7 Sure 56, 12

8 „Huris“ sind junge schöne Frauen mit besonders großen Augen, bei denen der Kontrast zwischen dunkler Iris und

Pupille gegen das Weiße des Auges stark hervorsticht.

9 Muslimische Männer werden im Paradies ein Alter von ungefähr 30 Jahre haben.

10 Suren 4, 124; 16, 97; 43, 71

11 Sure 41, 31

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